Leerstandsquote: Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht

4.02.2018Petra Staubli

Die Leerstandsquote in der Schweiz hat das vierte Jahr in Folge stark zugenommen. Trotz der Bautätigkeit, welche im Jahr 2017 etwas mässiger ausgefallen ist, muss davon ausgegangen werden, dass die Leerstandsquote auch in den folgenden Jahren weiter ansteigen wird. Dies wird die Angebotsmieten weiter unter Druck setzen.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik standen in der Schweiz per Mitte 2017 knapp 65'000 Wohnungen leer. Dies entspricht einer nationalen Leerstandsquote von 1.5%, welche sich innerhalb der letzten vier Jahre kontinuierlich gesteigert hat.

Besonders deutlich zeigt sich die Tendenz bei den Neubauten. So befindet sich fast jede sechste leerstehende Wohnung in Neubauten, welche in den letzten zwei Jahren fertiggestellt worden ist. Dies entspricht einer Leerstandsquote für Neubauten von über 10%.

Die steigenden Leerstände werden weiter Druck auf die Mieten ausüben. Das durchschnittliche Mietniveau liegt bereits 2% unter dem Höchstwert von 2015 und bei den Mietpreisen für Neubauten dürfte sich das Mietniveau sogar mehr als 10% unter dem Höchstwert per Ende 2014 liegen. Experten rechnen auch in den kommenden Quartalen mit weiter fallenden Preisen der Durchschnittsmieten, insbesondere im Bereich der Neubauten.

Der Kanton Aargau hat mit einer Leerstandsquote von 2.34% weiterhin einen im nationalen Vergleich hohen Wert. Der Anteil der leerstehenden Wohnungen stieg im vergangenen Jahr nochmals um 9.5%, auf insgesamt 7'323 leerstehende Wohnungen, an. Grössten Anteil an dieser Quote haben dabei die Bezirke Aarau, Zofingen und Baden. Mit je knapp einem Drittel machen die 3- und 4-Zimmer-Wohnungen die höchsten Anteile aus, wenn die Zimmeranzahl der Wohnungen mit der Leerstandquote verglichen werden.

Die Aussichten für die kommenden Jahre mit den weiterhin rekordtiefen Zinsen lassen befürchten, dass die Leerstandsquoten weiter ansteigen werden und die Mietpreise somit dauerhaft unter Druck geraten.

© Staubli & Partner Immobilien GmbH, Februar 2018