Grundstückgewinnsteuer: Wer Fische fangen will, muss vorher die Netze flicken

6.05.2017Petra Staubli

Steuern zahlen ist eigentlich nicht schwer, auch wenn es vielleicht nicht zu den schönsten Tätigkeiten von uns gehört. Im Gegensatz dazu ist das Thema Steuern sparen etwas schwieriger und setzt voraus, dass man sich damit auseinandersetzt und gut vorbereitet. Genauso verhält es sich insbesondere bei der Grundstücksgewinnsteuer.

Bei einem Liegenschaftsverkauf wird der Kapitalgewinn, d.h. die Differenz zwischen dem ehemaligen Kaufpreis und dem jetzigen Verkaufspreis, als Basis für die Berechnung der Grundstücksgewinnsteuer verwendet. Der Steuersatz hängt dabei nicht nur von der Höhe des Gewinns ab, sondern auch davon, wie lange die Liegenschaft im Besitz der Verkäuferschaft war. Je länger die Besitzdauer, desto grösser die Ermässigung auf den Steuersatz der Grundstücksgewinnsteuer.

Wenn mit dem Verkauf der Liegenschaft ein hoher Gewinn zu erwarten ist, kann es daher lohnen, mit dem Verkauf noch ein paar Jahre zuzuwarten, um von einem tieferen Steuersatz zu profitieren. Die Handhabung dieser steuerlichen Ermässigungen ist dabei von Kanton zu Kanton unterschiedlich. Muss man beispielsweise im Kanton Bern die Liegenschaft 35 Jahre im Besitz haben um den maximalen Steuerrabatt zu erhalten, sind es im Kanton Luzern 33 Jahre und im Kanton Aargau 25 Jahre.

Vom Verkaufspreis können sämtliche wertvermehrende Investionen in Abzug gebracht werden. Gleich verhält es sich mit Kosten, welche für den Verkauf der Liegenschaft angefallen sind. Dies beinhaltet nebst den Maklerprovisionen auch Inserate- sowie Notariats- und Grundbuchkosten.

Damit die obigen Kosten in Abzug gebracht werden können, ist es wichtig, die Rechnung der entsprechenden Umbauten und Investitionen vollständig aufzubewahren. Wichtig dabei ist die Vollständigkeit. Und denken sie daran, auch Kleinvieh macht Mist. So können sich regelmässige Investitionen über mehrere Jahre zu einem ansehnlichen Betrag ansammeln, welche die Steuerlast der Grundstücksgewinnsteuer reduzieren kann.

In bestimmten Fällen wird die Grundstücksgewinnsteuer nicht sofort fällig und kann aufgeschoben werden. Nebst den Transaktionen aus Erbschaft, Schenkung oder Erbvorbezug ist dies insbesondere bei einem selbstbewohnten Ersatzobjekt der Fall, in welches der Verkaufserlös in angemessener Frist reinvestiert wird. Ist der Erlös höher als die Ersatzinvestition, wird ein Teil der Grundstücksgewinnsteuer auf dem Mehrerlös aber bereits fällig.

Sie wollen ihre Liegenschaft verkaufen und sich auch in Bezug auf die Thematik Grundstücksgewinnsteuer beraten lassen? Das Team von Staubli & Partner Immobilien GmbH steht Ihnen dafür gerne zur Verfügung.

© Staubli & Partner Immobilien GmbH, Mai 2017