Gebundene Vorsorge: Drum prüfe, wer sich ewig bindet

2.06.2017Petra Staubli

Mit der Revision der Altersvorsorge 2020 sowie dem aktuell tiefen Zinsniveau, welches massgeblichen Anteil an der Verzinsung der Vorsorgekapitalien hat, geraten die Vorsorgeguthaben in der Schweiz immer mehr unter Druck. Das Sparen mit freien oder gebundenen Vorsorgeprodukten wird immer wichtiger zum Schutz des gewohnten Lebensstandards. Auch jüngere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können mit gebundenen Vorsorgelösungen (Säule 3a) von mehreren Vorteilen in einem Produkt profitieren und dabei den Erwerb von selbstbewohntem Eigenheim erleichtern.

Sparen erhöht die Flexibilität im Pensionierungsalter. Mit den Vorsorgelösungen der gebundenen Vorsorge 3a wurden eigens dafür vorgesehene Gefässe geschaffen. Wichtig zu wissen ist die Tatsache, dass mit der bevorzugten Behandlung von 3a-Geldern jedoch verschärfte Regelungen für den Bezug bestehen.

Einzahlungen in die Säule 3a sind steuerprivilegiert und bei vielen Finanzinstituten (Banken/Versicherungen) bestehen Zinsvorteile in Form höherer Zinsgutschriften gegenüber herkömmlichen Sparprodukten. Die Auszahlung der Gelder ist jedoch an folgende Kriterien gebunden (nicht abschliessend):

  • Erreichung des ordentlichen Pensionierungsalter (Auflösung max. 5 Jahre vor/nach Pensionierung möglich).
  • Auswanderung ins Ausland
  • Einkauf in eine Vorsorgelösung (2. Säule oder 3a)
  • Aufnahme Selbständigkeit
  • Erwerb/Renovation von selbstbewohntem Wohneigentum

Insbesondere die Wohneigentumsförderung (WEF) kann für bestehende oder künftige Besitzerinnen und Besitzer von selbstbewohnten Eigenheimen interessant sein. Die Einzahlungen in die 3a-Lösung können steuerlich vom Einkommen abgezogen werden. Der maximale Einzahlungsbetrag variiert dabei und hängt davon ab, ob ein Anschluss an eine Pensionskasse besteht oder nicht.

Vorsorgekapital kann für die Finanzierung von Eigenheimen als Eigenmittel eingebracht werden. Gelder der gebundenen Vorsorge (3a) sind im Gegensatz zu Geldern der Pensionskassen (PK) für die Finanzierung besser akzeptiert und werden den liquiden Mitteln gleichgesetzt. Dagegen bestehen für PK-Gelder maximale Bezugslimiten, was sich unter Umständen negativ auf den Finanzierungsentscheid auswirken kann.

Nebst dem Erwerb von Wohneigentum können Gelder der gebundenen Vorsorge auch für Umbauten und Renovationen am Eigenheim verwendet werden. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass nur Renovationen der bewohnten (beheizten) Fläche berücksichtigt werden können. Auszahlungen ausserhalb dieser Regelung (z.B. für Errichtung Stützmauer, Anbau Garage etc.) sind nicht vorgesehen. Eine vorgängige Klärung beim entsprechenden Finanzinstitut kann Klarheit und Sicherheit bringen.

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© Staubli & Partner Immobilien GmbH, Juni 2017